Sam - Der Gottesdienst für alle, die es heiß mögen

Author
a geistreich member
Created at: 2010-05-26
Last major update at: 2014-06-21
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Gemeinwesen, Zielgruppengottesdienst, Alternative Gottesdienste
Institutions
Evangelische Kirchengemeinden Fröndenberg und Bausenhagen in Fröndenberg/Ruhr
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: 1 Stunde Gottesdienst plus 1 Stunde Gespräch
Votes
4 votes
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SAM

Abstract

Ein spezieller Gottesdienst im Gerätehaus der Feuerwehr für alle, die in Feuerwehr und Rettungsdienst tätig sind.

Situation / context

Die existenziellen Fragen, mit denen Einsatzkräfte täglich bei ihrer Arbeit  konfrontiert werden, werden in einem speziellen Gottesdienst vom christlichen Glauben her aufgegriffen.

Goals

Kirchenferne Leute über Beruf und/oder Hobby über den Glauben ins Gespräch bringen, Gemeinschaft und Spiritualität stärken, die Relevanz des Glaubens für das gesellschaftliche Leben öffentlich sichtbar machen, Seelsorge und Stärkung für Menschen mit einer besonders belastenden Tätigkeit, Kontaktpflege zwischen Einsatzkräften und (Notfall-)seelsorgenden

Reflection / background

Die Idee des Gottesdienstes entstand, als der Vikar der Gemeinde - als ausgebildeter Notfallseelsorger und Feuerwehrmann - mehrere Ausbildungsveranstaltungen bei der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes abhielt. Bei diesen Veranstaltungen konnte er einen Einblick in den Alltag, Anliegen und Fragen der Zielgruppe bekommen.

General information on realization

Dieses Projekt hat mit mir Fröndenberg verlassen unc wird an meiner neuen Wirkungsstätte Dortmund, wo ich seit 2010 als Feuerwehrseelsorger tätig bin, fortgeführt unter dem Namen "Ökumenischer Blaulichtgottesdienst Dortmund" in Form von ein bis zwei Gottesdiensten pro Jahr an verschiedenen Orten.

Preparation

Durch diese Veranstaltungen konnte auch ein Kreis von fünf Erwachsenen und drei Jugendlichen von der Feuerwehr für die Vorbereitung der Gottesdienste gewonnen werden. In dem Vorbereitungsteam arbeiten zudem Ehrenamtliche aus der Gemeinde mit.
Bei einem ersten Treffen standen Namensgebung und die Ideensammlung für ein markantes Logo und einen eingängigen und provokativen Slogan sowie Werbemaßnahmen im Vordergrund. Aufgrund des Bekanntheitsgrades und des deutlichen Bezugs zur Arbeit der Einsatzkräfte entschieden wir uns, den "barmherzigen Samaritaner" zum Namenspatron zu machen. Wegen des modernen Klangs und der Einprägsamkeit wählten wir den Namen "Sam", dessen Buchstaben sich im Wort "Samaritaner" wieder finden. Um einen gewissen Unverkennbarkeitsfaktor zu erreichen und bei Feuerwehrleuten Vertrauen zu schaffen, entschieden wir uns, nicht nur jedem Gottesdienst ein Motto, sondern auch einen "Funkrufnamen" zu geben. Er findet sich im Logo des jeweiligen Gottesdienstes und deutet so an, dass der Gottesdienst dieselbe "Sprache" spricht wie die Einsatzkräfte.
Die Werbung verlief über mehrere "Kanäle" (deutschlandweit erscheinende Fachpresse, Lokalpresse, Gemeindebrief, Internet, Lokalradio, "Mund-Zu-Mund-Propaganda", E-Mails im Bekanntenkreis, Plakate in den Diensträumen der Einsatzkräfte und in unseren Gemeindegebäuden, Abkündigung in den Gemeinde-Gottesdiensten), um möglichst viele Leute anzusprechen.
Vor dem ersten Gottesdienst fand zudem eine Pressekonferenz mit dem Team statt, bei der das Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Einige Stunden vor den Gottesdiensten wird das Gerätehaus der Feuerwehr, in dem der Gottesdienst stattfindet, hergerichtet sowie das technische Equipment aufgebaut. Der Altar wird aus Feuerwehrgerät gebaut, als Kanzel dient der Rettungskorb einer Drehleiter.

Realization

Die Martinshörner einiger Feuerwehrfahrzeuge "läuten" den Gottesdienst ein. Musikalisch ist der Gottesdienst von modernen christlichen Liedern geprägt, die von einer Combo begleitet werden. Die liturgischen Elemente werden bewusst in moderner Sprache verfasst. In der Predigt und einem Anspiel werden die Erlebnisse und Erfahrungen der Feuerwehrleute aufgegriffen (z.B. der Umgang mit Eindrücken aus Einsätzen) und mit der biblischen Botschaft in Verbindung gebracht (z.B. dem Doppelgebot als Aufforderung zur Liebe Gottes, zur tätigen Nächstenliebe, aber auch zur Sorge für das eigene Wohlbefinden). In einer Gebets-Ecke können Gebetsanliegen für die Fürbitten aufgeschrieben werden.

Der Gottesdienst dauert etwas mehr als eine Stunde, die anschließende Gesprächsphase eine weitere.


Arbeitsaufwand
:

Von der ersten Entwicklung des Konzepts bis zum Gottesdienst vergingen elf Monate. Der letzte Gottesdienst wurde von mir (inklusive der Arbeiten, die auch für die folgenden Gottesdienste nützlich sind wie z.B. Logo-Entwicklung) in ca. 24 Stunden vorbereitet. Die Mitarbeitenden waren ca.10 Stunden mit Vorbereitung und Durchführung beschäftigt.

Wrap up & follow-up actions

Dem Konzept nach war es geplant, vierteljährlich vorzugehen, praktikabel ist jedoch halbjährlich. Allerdings findet der nächste Gottesdienst nun erst am 24. April 2009 statt, da aufgrund anderer Gemeindetermine, einer Vakanz und meiner Examensprüfungen kein  früherer Termin gefunden werden konnte. Außerdem bietet das dann stattfindende Jubiläum einer Feuerwehr eine gute "Plattform". Nach dem Gottesdienst besteht die Möglichkeit zu einem Gespräch bei einfachen Speisen und Getränken. An einer Feedback-Wand können die Gottesdienstbesucher/innen eine Rückmeldung auf den Gottesdienst geben.
Anschließend erfolgt der Abbau, bei dem die gesamte Feuerwehreinheit mitwirkt. An ihn schließt sich eine weitere Gesprächsphase mit den Beteiligten in gemütlicher Runde an. Diese werden außerdem zu einem späteren Termin zu einem "Dankeschön-Abend" eingeladen, bei dem auch eine Auswertung des Feedbacks stattfindet.

Effect / experience

An dem Gottesdienst nahmen 160 Menschen teil - darunter alle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Zudem gab es ein großes Presse-Echo in der Lokalpresse und in Feuerwehr-Fachzeitschriften.


Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden:

Trotz der großen Besucherzahl, der unbequemen Sitzgelegenheiten, der schlechten Akustik und des Durchzugs herrschte während des Gottesdienstes große Aufmerksamkeit. Im Anschluss an den Gottesdienst blieben fast alle Einsatzkräfte und einige weitere Gemeindeglieder vor Ort.

 

Tipps für Nachahmer/innen:

Wichtig ist ein organisierter frühzeitiger Informationsaustausch zwischen allen Mitarbeitenden und Gruppen einer Gemeinde.

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