Mobiler Jugendtreff Wardenburg

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 16.11.2011
Letzte größere Änderung: 16.11.2011
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Jugendliche und Schule, Gemeindeaufbau, Immobilien, Bauwesen und Friedhofswesen
Gemeinden/Institutionen
Evangelische Jugend Wardenburg in Wardenburg
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Ja nach Projektumfang 1 - 2 Jahre
Durchführung: Ein auf Dauer angelegtes Projekt
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Mobile Jugendkirche

Kurzbeschreibung

Eine Gemeinde schafft einen mobilen Gruppenraum für Begegnungen.

Situation / Kontext

Eine ländlich geprägte Gemeinde nahe Oldenburg (in Oldenburg).

Ziele

Die Evangelische Jugend kommt zu den Kindern und Jugendlichen.

Mit dem Mobilen Jugendtreff soll jungen Menschen in den Außenbezirken einer ländlich geprägten Gemeinde ein regelmäßiges Gruppenangebot gemacht werden.

Reflexion / Hintergrund

Wardenburg ist eine 119 km² große Flächengemeinde mit etwa 16.000 Einwohnern.

Für Kinder und Jugendliche aus den Außenbezirken der Gemeinde ist es besonders schwer, eines der drei evangelischen Gemeindezentren in Wardenburg, Hundsmühlen oder Benthullen zu erreichen.

Die Fahrstrecken sind lang und führen vielfach durch einsames und unbewohntes Gebiet; außerhalb der Schulzeiten ist die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln unzureichend. Alternativangebote zur Freizeitgestaltung gibt es in den Dorfschaften der Gemeinde nur wenige.

Den Jugendlichen sind die Kontaktpflege und gemeinsame Unternehmungen wichtig, da sie zum Teil unterschiedliche Schulen besuchen und sich deswegen selten sehen.  Geeignete Räume, die man anmieten könnte, standen nicht zur Verfügung. So entstand die Idee, mit einem Mobilen Jugendtreff zu den Kindern und Jugendlichen aufs Land zu fahren.

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Der Mobile Jugendtreff sollte komfortabel ausgestattet sein.

Neben einer großzügigen Sitzecke mit viel Stauraum wurde auch an eine vollständig ausgestattete Küche mit Dunstabzug, Wasserversorgung, E-Herd und Kühlschrank gedacht. Auch sollte der Wagen beheizbar sein. Außerdem sollte es ein betreuter Jugendtreff werden.

Die Idee zu diesem Projekt entstand schon vor ca. 13 Jahren aus der Arbeitspraxis heraus. Allerdings hatte die Evangelische Gemeindejugend für so ein aufwändiges Projekt noch nicht die nötige Unterstützung und die schwer zu kalkulierbaren Kosten waren für die Verantwortlichen in der Kirchengemeinde eher abschreckend.

Durch die veränderten Herausforderungen in der Jugendarbeit (Ganztagsschule, verändertes Freizeitverhalten der Zielgruppen etc.) entwickelte sich vor ca. fünf Jahren in der Kirchengemeinde die Bereitschaft, wichtige Themen mit der Kommune gemeinsam zu diskutieren.

Die Idee eines Mobilen Jugendtreffs wurde attraktiv und es gab zeitgleich eine Gruppe Jugendlicher, die das Interesse daran hatte, diese Idee zu verwirklichen.

Ein Jahr später bekam die inzwischen gebildete Projektgruppe das Einverständnis des Gemeindekirchenrats zur Umsetzung des Vorhabens.

Zunächst besichtigten die Jugendlichen verschiedene, zum Teil gescheiterte, Bauwagenprojekte, um aus den Erfahrungen anderer Gruppen zu lernen. Eine Herausforderung sollte später werden, dass es wohl in der weiteren Umgebung stationäre Bauwagen als Jugendtreff gab, aber mit dem mobilen Betrieb keine Erfahrungen vorhanden waren.

Da die Jugendlichen nicht zusammenhängend endlos viel Zeit zur Verfügung hatten und die Kostenbelastung für den jeweiligen Jahreshaushalt im Rahmen gehalten werden musste, entschied sich die Projektgruppe für eine schrittweise Umsetzung.

Durchführung

Im ersten Jahr wurde der Wagen gekauft, überführt, verkehrstechnisch wiederhergestellt, dem TÜV vorgeführt, versichert und zugelassen.

Im zweiten Jahr wurde der Wagen nach den Vorstellungen und Plänen der Jugendlichen von innen ausgebaut.

Im dritten Jahr wurde der Wagen von innen und außen gestrichen und für die Kinder- und Jugendarbeit ausgestattet. Die Projektgruppe stellte den Mobilen Jugendtreff beim Landesjugendtreffen der Evangelischen Jugend Oldenburg vor.

Anfang 2009 wurde mit der Kommune erfolgreich über einen ersten geeigneten Standort für den Mobilen Jugendtreff verhandelt.

Die Dorfschaft Littel wurde einer der drei geplanten Standorte. Es folgten Gespräche mit dem Bürger- und Sportverein. Ein Stromanschluss und der Zugang zu Sanitäranlagen wurden ermöglicht. Es wurde ein Fahrdienst für den Mobilen Jugendtreff organisiert und ein Betreuerteam gebildet.

 

Dauer

Das Projekt ist auf Dauer angelegt.

Arbeitsaufwand

14 Jugendliche und ein Jugenddiakon investierten zusammen 572 Arbeitsstunden für die Konzeptentwicklung, Anschaffung und den Umbau des alten DDR-Bauwagens.

Mitarbeitende

14 Jugendliche und ein Jugenddiakon
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Materialien

Für die Umbauphase standen uns eine Maschinenhalle auf einem Bauernhof und alle nötigen Arbeitsgeräte zur Verfügung.

Kosten

Ca. 10.000 Euro verteilt auf 3 Jahre

 

Links/Homepage

www.ev-kirche-wardenburg.de

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Das Projekt verlangt von den beteiligten Jugendlichen durch die lange Umsetzungsphase, sehr viel Disziplin und Durchhaltevermögen.

Den beteiligten Jugendlichen ist es jedoch so gelungen, alle Ziele, die sie sich gesetzt haben zu erreichen.

Nach Abschluss der Projektphase sind sie zu dem Ergebnis gekommen, dass sie, als mittlerweile junge Erwachsene jederzeit dieses Vorhaben wiederholen würden.

Desweiteren finden sie es einfach schön, dass der Mobile Jugendtreff inzwischen von der Zielgruppe gut angenommen wird.

 

Tipps für Nachahmer/innen

Man benötigt viel Durchhaltevermögen und auch Geschick. Vor allen Dingen braucht man jemanden, der den Jugendlichen die notwendigen handwerklichen Arbeitsschritte erklären kann.

Aufgegriffen und weiterentwickelt

    Umfeld des Beitrags

    • Jugendkirche Hannover
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      Hier kommt Kirche zu den Menschen oder ist auf dem Weg.
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    • Mobile Jugendarbeit
      Bauwagen als mobiler Jugendtreff - weg vom Kirchturmgedanken.
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      von einem Geistreich-MitgliedEv.-Luth. Kirche in Oldenburg in Oldenburg
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    • Thumb_institution WardenburgFriedrichstraße 55, 26203 Wardenburg
    • Seit 2010 haben wir auf dem Kirchplatz einen alten Bauwagen stehen. Geplant wurde er damals als Treffpunkt für Jugendgruppe und Konfirmanden. Es ist wahrlich nicht immer leicht in einer Kirchengemeinde als Jugendlicher oder als Jugendgruppe Ernst genommen zu werden. Daher kam die Idee eine eigen...
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