Mobile Jugendarbeit - eine Chance für den ländlichen Raum

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 07.12.2012
Letzte größere Änderung: 07.12.2012
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Jugendliche und Schule, Kirche in der Fläche und Landwirtschaft
Gemeinden/Institutionen
Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg in Oldenburg
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Auf Dauer
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Mobile Jugendarbeit

Kurzbeschreibung

Bauwagen als mobiler Jugendtreff - weg vom Kirchturmgedanken.

Situation / Kontext

Viele Jugendliche schafften es nicht, zum Jugendtreff ins Gemeindehaus zu gehen.

Ziele

Jugendliche erreichen, gemeinsam viel erleben.

Die Idee entstand dadurch, dass viele Jugendliche es nicht schafften zum Jugendtreff ins Gemeindehaus zu gehen. So sollte der Jugendtreff zu ihnen kommen.

Um den mobiler Jugendtreff wird der „Walk of Faith“ von Landesjugendtreffen präsentiert! Dies wurde von unseren Bauwagenjugendlichen geplant und ausgeführt!

Reflexion / Hintergrund

Die Idee entstand dadurch, dass viele Jugendliche es nicht schafften zum Jugendtreff ins Gemeindehaus zu gehen. So sollte der Jugendtreff zu ihnen kommen. Bauwagen als mobiler Jugendtreff - weg vom Kirchturmgedanken. Kirche geht zu den Menschen. 

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

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Vorbereitung

Die Ev. Jugend Wardenburg hat mit den Jugendlichen einen alten Bauwagen ausgebaut.

Durchführung

Seit 2008 wird sich wöchentlich in und um den mobilen Bauwagen, an verschieden Standpunkten in der Gemeinde getroffen! Er hat eine komplette Küche und eine U- Sitzecke, an dem immer viel passiert!

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

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Wirkung / Erfahrung

Bauwagen

Ein Bauwagen wird seefest

„Wir müssen weg von dem Kirchturmgedanken“, sagt Uwe Schwarting und meint damit die Vorstellung, Kirche könne ausschließlich an einem festen Ort verankert sein. „Nur mit flexiblen und mobilen Angeboten sind wir zukunftsfähig.“ Und deshalb hat der Jugendtreff, den Schwarting anbietet, Räder statt eines Kirchturms. Mit einem Bauwagen macht er sich auf den Weg dorthin, wo die Kids in der ländlich geprägten Region rund um Wardenburg ihn gut erreichen können. Ursprünglich gab es in den Gemeindehäusern in Wardenburg Jugendtreffs, doch für viele Jugendliche, die gern gekommen wären, war der Weg dorthin zu weit. Immer konkreter wurde deshalb bei Uwe Schwarting die Idee, einen mobilen Treffpunkt anzubieten. Als er im Internet einen Bauwagen entdeckte, der zu ersteigern war, griff er zu. Drei Jahre lang hat er gemeinsam mit Jugendlichen den ausgemusterten Anhänger umgebaut, Fenster und Regale eingepasst, Möbel besorgt, Stoff für Vorhänge ausgesucht.

 

Die Segelerfahrung eines der Teilnehmer kam dem Projekt dabei zugute: Damit beim Transport des Wagens nichts zu Bruch gehen kann, wurde alles „seefest“ verstaut. Dann endlich konnte das erste Bauwagenprojekt im Ortsteil Littel starten. Zwei Tage in der Woche, jeden Donnerstag und Freitag, steht der Bauwagen nun dort. Dienstags ist er für die Kids in Höven und ihre ehrenamtlichen Betreuerinnen Carina Bolling und Ann-Christin Cordes reserviert. Im Winter wird der Wagen mit dem Trecker zum Treffpunkt gebracht. In den anderen Monaten, wenn die Landmaschinen auf dem Feld gebraucht werden, stellt die Wardenburger Firma Schelling einen Unimog zum Transport zur Verfügung. Der Jugendtreff sei „eine Freizeitaktivität ohne Verpflichtungen. Uns geht es um das Zusammensein, und natürlich ist uns auch die Auseinandersetzung mit christlichen Inhalten und Werten wichtig“, sagt Schwarting. Ob Freiwillige Feuerwehr, Spielmannszug, Fußballmannschaft oder Reitverein – überall stehe eine Leistung, eine Erwartungshaltung im Mittelpunkt.

 

Bei Carina Bolling und Uwe Schwarting dagegen kommen die Kids vollkommen zwanglos zusammen. „Es ist klasse, hier einfach Freunde treffen zu können“, finden Christin und Lukas. Seit dem Start des Bauwagenprojektes in Höven im vergangenen Sommer sind sie regelmäßig dabei und genießen die Abende im Kreis von Gleichaltrigen. In der Weihnachtszeit backen sie zusammen, es gibt Filmabende, gemeinsame Unternehmungen, im Sommer ist eine Übernachtung im Bauwagen geplant. Doch ein festes Programm ist gar nicht so wichtig – meistens treffen sich die Kids einfach und reden, spielen zusammen, haben Spaß.

 

Ein Bauwagenprojekt, wo Jugendliche einfach mal nichts tun? Was frühere Elterngenerationen auf die Barrikaden gebracht hätte, löst heute Begeisterung aus. „Wir sind in Littel mit offenen Armen empfangen worden“, sagt Uwe Schwarting. Und in Höven war es sogar der Bürgerverein, der auf die Initiatoren zugekommen ist. Jetzt gibt es die Bitte einiger Eltern, den Bauwagen schon für Viertklässler an einem Tag in der Woche bereitzustellen. „Nach der Grundschule verteilen sich die Kinder auf unterschiedliche Schulen in Wardenburg und Oldenburg und verlieren sich aus den Augen. Deshalb hatten die Eltern die Idee, einen festen Treffpunkt für sie anzubieten“, erzählt Carina Bolling. Ein Vorschlag, der beim Bauwagen-Team auf große Zustimmung stößt, denn: „Wir hatten eigentlich die Altersgruppe von der Konfirmation aufwärts im Blick. Aber die Jugendlichen sind schulisch stark eingespannt, da bleibt wenig Freizeit. Deshalb ist es sinnvoll, sich auf Jüngere zu konzentrieren.“ Die nächste Generation der Bauwagen-Kids ist damit schon so gut wie gesichert.

aus horizont E , Juni 2012

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